Gemäss einer FINMA-Publikation [1] sollen beim Namensabgleich für die Kundenüberprüfung nicht nur exakte Treffer berücksichtigt werden. Empfohlen wird auch eine sogenannte phonetische Suche.

Tschaikowski 384

Diese Empfehlung kann man auf verschiedene Arten interpretieren. Eine offensichtliche Interpretation ist, dass Finanzintermediäre sämtliche phonetisch gleichlautende Namensvarianten überprüfen müssen. Dies ist bei Anwendungsszenarien sinnvoll, bei denen der Name mündlich kommuniziert wird. Wegen der Identifikationspflicht anhand eines amtlichen Ausweises hat dieses Anwendungsszenario eine geringe Bedeutung.

Vielmehr geht es  um transliterierte Namen wie beispielsweise Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Hier kommt erschwerend dazu, dass ein in Frankreich ausgestelltes amtliches Dokument wahrscheinlich eine andere Transliteration enthält als ein in Grossbritannien oder Deutschland ausgestelltes Dokument.

In FINMA, Sorgfaltspflichten der Schweizer Banken im Umgang mit Vermögenswerten von „politisch exponierten Personen" 10.11.2011: [...] Zweitens haben drei Banken bei Eröffnung der Kundenbeziehung lediglich eine „exact-match"-Suche durchgeführt, obwohl eine phonetische Suche allenfalls ergänzt mit einer Internet-Suche angebracht gewesen wäre [...]

Totalrevision Datenschutzgesetz

Der Vorentwurf des totalrevidierten Datenschutzgesetzes befindet sich derzeit in der Vernehmlassung. Er bezweckt die Stärkung des Datenschutzes durch erhöhte Transparenz bei der Datenbearbeitung und mehr Kontrollmöglichkeiten der betroffenen Personen. Griffige Sanktionen und Handlungspflichten der verantwortlichen Personen sollen dabei die korrekte Umsetzung gewährleisten.

Links: Entwurf, Bericht

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